Erdbeeren

 

Die Erdbeere wird als "Königin" unter den Beeren bezeichnet. Und das mit Recht, schliesslich ist die "Fragaria ananassa", so ihr botanischer Name, bei uns das beliebteste Obst, abgesehen vom Apfel.

Bereits in der Antike priesen römische Dichter die Qualitäten der kleinen, aromatischen Walderdbeeren. Die direkten Vorfahren der grossen roten Erdbeeren, die heute den europäischen Markt bestimmen, kommen jedoch aus Übersee. Sie sind nicht, wie man vermuten könnte, eine Züchtung aus der Walderdbeere, die bei uns in Europa schon seit jeher beheimatet ist. Sie sind eine Kreuzung aus der kleinen amerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der grossfruchtigen "Schönen von Chile", die der französische Fregattenkapitän Fraisier 1712 von seinen Fahrten mitbrachte.

Mit dieser neuen Art begann die Karriere der dicken Gartenerdbeere. Inzwischen sind daraus mehr als 1’000 Erdbeersorten entstanden, und jedes Jahr kommen ein paar neue hinzu. Erdbeeren müssen vorsichtig transportiert werden. Sie sind druckempfindlich, faulen rasch und verlieren schnell ihr Aroma. Sie sollten spätestens zwei Tage nach der Ernte verzehrt werden. Es wird empfohlen, Erdbeeren zum Waschen nur kurz in kaltes Wasser zu tauchen. Erst danach werden Stiele und Blätter entfernt, da sonst das Aroma verwässert wird. Den Zucker erst kurz vor dem Servieren zugeben um zu verhindern, dass die Erdbeeren zuviel Saft verlieren und weich werden.

Erdbeeren haben mit 60 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch einen höheren Vitamin C-Gehalt als Orangen und Zitronen. Ausserdem enthalten sie wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und besonders auch Eisen. Nicht zufällig gelten Erdbeeren in der Volksmedizin als wirksames Mittel gegen Blutarmut. Und wegen ihres hohen Gehalts an Salizylsäure werden sie zu Linderung von Gicht und Rheuma empfohlen.

In der Schweiz wurden im Jahr 2004 mehr als 400 Hektaren Erdbeeren angebaut. Fast die Hälfte der jährlichen Erntemenge von über 5'500 Tonnen kommt aus der Ostschweiz. In der Ostschweiz Elsanta und im Mittelland wird vor allem die Sorte Darselect angebaut. Die meistangebaute Sorte im Wallis heisst Marmolada, auf Platz drei folgt die Frühsorte Elvira. Die inländische Produktion vermag nur rund einen Drittel der Nachfrage zu decken, der Rest wird importiert.